Basics
Förderung der Persönlichkeitsentwicklung
Jedes Kind soll innerhalb der Gruppe entsprechend seiner Persönlichkeit angenommen und ernst genommen werden. Es soll sich mitteilen können und mitreden dürfen. Es soll die Gelegenheit erhalten, selbsttätig zu sein, ausprobieren zu können und aktiv zu sein. Es hat die Möglichkeit, unbeobachtet zu sein und sich zurückziehen zu können, Hilfen zu erhalten und auch Grenzen gesetzt zu bekommen. Jedes Kind soll lernen, alters- und entwicklungsentsprechend neue Aufgaben und Herausforderungen kennen zu lernen, gegebenenfalls auszuwählen und auch umzusetzen. Damit soll es soziale Kompetenz erlangen.
Die Lebenssituation eines jeden Kindes berücksichtigen
Jedes Kind soll dort abgeholt werden, wo es steht: Wie ist sein jeweiliger Entwicklungsstand? Was sind seine Fähigkeiten und Fertigkeiten? Wo sind seine Defizite und Grenzen? In welchem Umfeld und in welchen Familienverhältnissen wächst es auf? Was sind seine Interessen und Themen?
Dem Kind zu größtmöglicher Selbstständigkeit und Eigenaktivität verhelfen und seine Lebensfreude anregen und verstärken
Die größtmögliche Selbstständigkeit und Eigenaktivität soll bei jedem Kind gefördert werden
- durch das Schaffen eines weiten Erfahrungsfeldes im täglichen Leben, im Miteinander, im Spiel, in der eigenen Kreativität, in der Natur etc.,
- durch die Bereitstellung von Materialien,
- durch das Anbieten von Tätigkeiten, die das Kind jeweils alleine bewältigen kann,
- durch die Möglichkeit, eigene Erfahrungen machen zu können
- durch ganzheitliches Lernen (Kopf + Herz + Hand)
- durch Berücksichtigung des Selbstbildungspotentiales eines jeden Kindes
Die Lernfreude eines jeden Kindes soll dadurch angeregt und verstärkt werden. Ermutigung und Lob unterstützen dies.
Dem Kind ermöglichen, seine emotionalen Kräfte aufzubauen
Die Gefühle des Kindes sollen ernst genommen werden. Es darf seine Gefühle zeigen und äußern. Es darf auch ein NEIN geäußert werden. Jedes Kind darf seine eigene Meinung äußern. Jeder soll die Möglichkeit erhalten, sich darüber im Einzelgespräch oder in der Gruppe zu äußern. Dies soll die Fähigkeit stärken, sich in Gruppen behaupten zu können.
Eine demokratische Mitbestimmung soll gefördert werden.
Die Kinder sollen lernen, miteinander zu streiten, Meinungsverschiedenheiten auszutragen und sich wieder zu versöhnen. Konflikte werden von den Erziehern beobachtet und dann selbstständig oder durch ihre Hilfestellung gelöst.
Durch das Erleben der Akzeptanz eigener und fremder Emotionen in der Gruppe kann jedes Kind Toleranz und Selbstbewusstsein innerhalb einer guten Gemeinschaft erfahren.
Förderung der schöpferischen Kräfte des Kindes
Die Entfaltung selbstständiger Kreativität ist eines der vorrangigen pädagogischen Ziele der Kita. Dabei wird davon abgesehen, den Kindern fertige Schablonen bei der kreativen Gestaltung zur Verfügung zu stellen.
Die Kinder werden angeregt, eigene Ideen und Vorschläge zu entwickeln. Diese werden aufgegriffen und wenn möglich umgesetzt. Dabei werden ihnen Möglichkeiten und Hilfen angeboten. Dafür steht den Kindern eine breite Auswahl an Materialien zur Verfügung.
Förderung der körperlichen Entwicklung / Vermittlung eines Grundwissens über den Körper
Die gesunde körperliche Entwicklung jedes Kindes soll unterstützt werden. Dazu gehört das Bewusstsein für den eigenen Körper und für die Ernährung.
Dies wird gefördert durch die Sensibilisierung der Wahrnehmung, beim Anschauen von Bilderbüchern und durch Lieder und Spiele, die sich über und mit dem Körper befassen. Weiterhin wird dies geschult durch Bewegungsmöglichkeiten innerhalb und außerhalb der Kita und durch alltägliche Körpertätigkeiten wie Hände waschen, Zähne putzen, Nase schniefen etc.. Den Kindern soll die Gelegenheit gegeben werden, ihre diesbezüglichen Wahrnehmungen durch das Malen und Gestalten von Körpern umzusetzen. Sie dürfen Fragen über den eigenen und fremden Körper stellen, und sie sollen ermutigt werden, darüber mit den Erziehern und den anderen Kindern zu sprechen.
Das Bewusstsein für Ernährung wird gefördert z.B. durch das Herstellen von eigenem Brot mit Mahlen des Getreides bis zum Backen des Teiges. Eigenes Kochen sowie die Zubereitung der verschiedenen Mahlzeiten gehören dabei genauso dazu wie Informationen darüber, ob ein Nahrungsmittel gesund oder z.B. schädlich für die Zähne ist. Feste Regeln zur Zeit der Teerunde – wie: zu jedem Keks ein Stück Obst- wecken in den Kindern das Interesse für das, was man zu sich nimmt und ein Gefühl dafür, was dem Körper zum eigenen Wohlsein verhilft.
Entfaltung der geistigen Fähigkeiten unterstützen und ein breites Angebot von Erfahrungsmöglichkeiten bieten
Die geistigen Fähigkeiten der Kinder wie Konzentration und Aufmerksamkeit, Entwicklung eigener Ideen, Kreativität, Kulturbewusstsein und soziale Kompetenz sollen unterstützt werden. Die Kinder sollen dazu ihrem Alter und ihrer Reife entsprechend vielfältige Angebote erhalten, z. B. durch Bilder- und Sachbücher, Spiele, Musik, Ausflüge, Durchführung von Projekten etc. Um die kognitiven Fähigkeiten der Kinder zu fördern wird mathematisches Denken angeregt und die Kinder sollen Gelegenheit bekommen, altersentsprechende kleine Experimente durchzuführen, z.B. mit Magneten oder Wasser und Eis.
Die Kinder sollen darüber hinaus lernen, eigene Zielsetzungen zu entwickeln und umzusetzen.
Dokumentation der Entwicklung
Die Entwicklung des einzelnen Kindes wird durch das Team gezielt beobachtet und schriftlich in Entwicklungsbögen festgehalten. Die Beobachtungen beziehen sich auf fein- und grobmotorische Entwicklung, Sprachentwicklung, Umgang mit Spielmaterialien und -angeboten, Wahl der Spielpartner, Entscheidungsfähigkeit, Konzentrationsfähigkeit, Sozialverhalten, Bildungsprozesse und die kindliche Interpretation der Welt.
Darüber hinaus werden die Kinder in ihrem Gruppenverhalten beobachtet; es wird regelmäßig ein Gruppendiagramm erstellt.
Diese Dokumentation ist u.a. Grundlage für die pädagogische Arbeit, für die alljährlichen Entwicklungsgespräche mit den Eltern und für den Übergang in die Grundschule.
Information und Beratung der Eltern
Die Eltern erhalten die Möglichkeit, durch regelmäßige Gespräche mit den Erzieherinnen über das Verhalten und den Entwicklungsstand ihres Kindes informiert zu werden.
Diese werden angeboten durch „Tür- und Angelgespräche“, gezielt vereinbarte Entwicklungsgespräche, regelmäßige Elternabende und die Eltern-Kind-Nachmittage.
Der Kindergarten ergänzt und unterstützt dadurch die Erziehung des Kindes in der Familie.